Predigt am 18. Juni 2006

“Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschlägt?” (Jeremia 23,29).

Feuer und Hammer erinnern an die Werkzeuge, die es dem Menschen ermöglichten den Urwald zu roden und Kulturland zu erschaffen.

Feuer und Hammer stehen für einen Entwicklungsschub in der Geschichte der Menschheit. Der undurchdringliche und gefährliche Urwald wurde besiegt und in Ackerland verwandelt. Mit Hilfe der Brandrodung und dem Zerschlagen und Beseitigen von Felsen hat der Mensch die Voraussetzung für die gezielte Nahrungsmittelproduktion im großen Stil geschaffen.

Feuer und Hammer halfen ihm, auch unter die Erde und in die Berge hineinzugehen, um wertvolle Stoffe abzubauen und zu verarbeiten.

Wenn wir heute den von Menschhand angelegten Kunstgarten der Landesgartenschau betrachten, denken wir vielleicht gar nicht daran, wie sehr der Mensch es seinen Werkzeugen verdankt, überhaupt überleben zu können. Der Mensch hat die Natur nach seinem Willen gestaltet und sich dienstbar gemacht.

Feuer und Hammer - in diesem Bibelwort stehen sie für die Macht des Wortes Gottes.

Man könnte diesen Vergleich so verstehen: Das Wort Gottes ist das Werkzeug, mit dem wir den Urwald, die Wildnis unseres Lebens urbar machen und kultivieren.

Das Wort Gottes gestaltet unser Leben nach Gottes Willen. Es macht aus der Wildnis ohne Gott einen fruchtbaren Garten in der Nähe Gottes.

Ohne Werkzeug geht es nicht. Denn der Mensch droht immer wieder zu verwildern und seine Kultur zu verlieren. Sein Leben droht ein Urwald zu werden, in dem das Recht des Stärkeren oder Gewalttätigen herrscht. Darum braucht er einen Plan für sein Leben und Werkzeuge, um diesen Plan zu verwirklichen. Das Wort Gottes hilft uns, den menschlichen Urwunsch nach Ordnung und Gestaltung umzusetzen in Taten. Es wird zum Leitfaden für unsere Lebenskultur.

Der Besuch der Landesgartenschau regt viele Menschen an, zu Hause etwas Neues auszuprobieren. Mit viel Liebe werden in unserem Land Gärten in Kunstwerke verwandelt, um das Auge zu erfreuen. Und wie ärgerlich ist es, wenn der Nachbar das sogenannte Unkraut sprießen läßt und der Wind den Unkrautsamen herüberweht. Manch einer ist über diese Art von Urwald schon aus der Haut gefahren.

Lassen wir uns durch diese Vergleiche anregen, nicht nur vor dem Haus für eine schöne Umwelt zu sorgen, sondern auch unser Denken und Fühlen nach Gottes Willen zu gestalten.

Gebrauchen wir das Wort Gottes als Werkzeug, damit unser Leben schön werde.

Holger Hiepler, Pastor in Drennhausen