Predigt zum Thema Sorgen

Ziel: sich mit allem Jesus anvertrauen

Tja, jeder hat sein Päckchen zu tragen. Was schleppen wir nicht alles mit uns rum? Manchmal unerträglich! Man trägt schwer daran und wird schwermütig. Dann lasten die Sorgen wie ein mit Steinen voll gepackter Rucksack: Der Stapel an Arbeit auf dem Schreibtisch…! Der Ärger zuhause mit den Kindern…! Der bevorstehende Arztbesuch…! Der plötzliche Schlaganfall…! Die Scheidung nach so vielen Jahren Ehe…! Die Kündigung…! [Zeitung] Das alles können Steine sein, die einem auf dem Herzen liegen. Natürlich fragen wir uns auch „Was soll ich heute kochen?“ oder „Was soll ich bloß anziehen?“. Aber - Gott sei Dank - verbinden wir damit keine existentiellen Ängste. Das sind eher Luxussorgen! Wie auch immer, Jesus hat Recht, wenn er sagt, dass jeder Tag seine eigene Plage hat. Kein Tag vergeht also, ohne dass wir uns in irgendeiner Weise Sorgen machen würden – mal mehr und mal weniger. Die Frage ist, wie wir mit unseren Sorgen umgehen! Kann ich darauf vertrauen, dass Gott mich versorgt? Oder kann Gott einem auch nicht helfen? Es ist eine Frage des Vertrauens! Ich vertraue darauf, dass da ein Gott ist, der wie ein himmlischer Vater um uns Menschen weiß und jedem das gibt, was er braucht. Wenn wir uns mit unseren Sorgen Gott anvertrauen, dann lenken wir uns nicht ab. Bei ihm können wir unsere Sorgen ablegen. Nicht ablenken, sondern ablegen - das ist der Unterschied! Ich möchte diesen Unterschied erklären: Viele versuchen sich abzulenken, um auf andere Gedanken zu kommen – vielleicht vorm Fernseher, vielleicht mit noch mehr Arbeit, vielleicht mit zuviel Alkohol. Doch viel besser, als sich abzulenken oder zu verdrängen, ist es, alles abzulegen und frei zu werden. „Seht die Vögel unter dem Himmel an...!“ Sie sind frei und unbeschwert. Manchmal fliegen Vögel an uns vorbei und im selben Moment wünschen wir uns diese Leichtigkeit des Seins. Wir sehnen uns danach, dass Sorgen einfach verfliegen. Doch so einfach ist es nicht…! > Geschichte „Die Flucht vor dem eigenen Schatten“ von Anselm Grün in seinem Buch „Herzensruhe“…!

Mir gefällt diese Geschichte mit dem Schatten so sehr, weil sie deutlich macht, dass wir vor unseren Sorgen nicht weglaufen können. Man kann Schlaftabletten einnehmen, wenn man nicht schlafen kann. Man kann sich einen Beruhigungstee mit Extrakten der Baldrianwurzel kochen, wenn man nervös ist. Aber eins können wir nicht: Wir können vor unseren Sorgen nicht weglaufen. Das ist so unmöglich, als würden wir versuchen vor unserem eigenen Schatten davon zu laufen. Wir brauchen Gott, der uns Schatten spendet - einen Gott, der uns liebt, vergibt, tröstet, heilt oder neue Kraft gibt. Wie ist das mit ihnen? Wollen Sie ihre Sorgen loswerden? Dazu bedarf es einer Entscheidung! Die Entscheidung im Vertrauen auf Jesus Sorgen abzulegen…!

Das geschieht im Gebet. Indem ich bete, bin ich mit meinen Gedanken und Gefühlen bei Gott. Dann komme ich innerlich zur Ruhe und entdecke, die Vögel am Himmel und die Lilien ja über sich selbst hinausweisen – auf den Schöpfer. Plötzlich sehe ich die Welt mit anderen Augen. Wenn dann die Gedanken wieder zurückgehen zu den Sorgen, dann denken Sie daran, dass da einer ist, der für Sie sorgt. Wir sind nicht dem Schicksal überlassen. Hinter allem steht ein allmächtiger und barmherziger Gott, der gute Gedanken über unserem Leben hat. Das zu wissen, ist beruhigend. Darum „trachtet zuerst nach dem Reich Gottes!“

Warum ist das eigentlich so schwer, Sorgen abzulegen? Manche Leute halten geradezu krampfhaft an ihren Sorgen fest. Als würden Sie diese Sorgen zum Leben brauchen. Vielleicht, damit andere sich um einen sorgen?! Dann gibt es aber auch Sorgen, die können wir nicht einfach ablegen. Das sind die Sorgen, die etwas mit Schuld zu tun haben – wenn wir jemand etwas schuldig geblieben sind oder an jemand schuldig geworden sind. Dann brauchen wir einen Gott, der uns von diesen Sorgen befreit. Insofern sollten wir zuerst nach dem Reich Gottes trachten, also danach, dass Jesus Christus uns frei macht. Dafür steht das Kreuz! Damit wir eine Sorge weniger haben. Nämlich die Sorge, wie wir mit Gott und Menschen ins Reine kommen können und damit inneren Frieden. Wenn wir an Jesus Christus glauben und verstehen, was er für uns getan hat, sind wir schon drin im Reich Gottes. Gerecht vor Gott! Gerechtfertigt durch Christus. Das zu glauben, ist befreiend. Das zu glauben, macht mein Leben reich. Da bricht das Reich Gottes an - in mir und mit mir in dieser Welt.

Und das Schöne ist, alles andere, was wir zum Leben brauchen, wird uns gewissermaßen zufallen. Kein Zufall also, wenn wir äußerlich und vor allem innerlich versorgt sind – heute und in Ewigkeit. Wichtig ist, dass wir die Prioritäten richtig setzen und wir zuerst zu Gott kommen, mit all dem, was uns belastet und beunruhigt. Dazu bedarf es einer Entscheidung! Die Entscheidung zu vertrauen.

AMEN

Predigt von Pastor Roland Bunde, Ev.-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), Stelle,  am Sonntag, dem 30. April 2006 im Klostergarten auf der Landesgartenschau