„Auf ein Wort“ am 11.August im Klostergarten

Begrüßung und Vorstellung

Gebet: Gott, du Schöpfer des Alls und all der Schönheit, die uns hier umgibt. Aus deiner Liebe kommt unsere Welt. Wir bestaunen dein Werk und loben dich. Wir möchten sorgsame Verwalter deiner Erde sein und aufhören, sie zu beschädigen und auszubeuten. Erhalte uns die Freude an der Natur.
Auch wir sind von dir geschaffen und danken dir jeden Atemzug. Mit dem Hauch deines Geistes willst du uns und die Welt erneuern. Dafür preisen wir dich und hoffen auf dich. Amen

Lied: 54 Freuet euch der schönen Erde

Sicherlich haben Sie die Orgelpfeifen hier vorn schon bewusst wahrgenommen! Aber auch die Schilder? Irgendwann wurden die Hinweise „bitte nicht berühren“ angebracht. Ja, eigentlich schade, man möchte die großen Pfeifen doch gern anfassen. Sie sollten einander berühren, so ähnlich wie dort hinten die Bambusstäbe…. Aber wenn man es tut,  wird einem  bewusst: Das Zinn der Orgelpfeifen gibt bei Berührung keine schönen Töne ab. Im Gegenteil, die Pfeifen erhalten Beulen und nehmen allmählich, aus der Nähe betrachtet, eher den Charakter von handwerklich geformten Schrott an. Alle Orgelpfeifen hier waren einmal wichtige Teile einer Orgel, der „Königin der Instrumente“. Und in der Orgel waren sie über kunstvoll komplizierte Wege mit einem sog. Windladen verbunden. Über die Manuale und das Pedale  konnte der Organist sie zum Klingen bringen. Die Orgel in St. Marien hier in Winsen wurde vor 3 Jahren von einem Orgelbauer gründlich überholt und repariert. Sie hatte nach gut 40 Jahren Lebenszeit einige Mängel. Als Laie konnte man die  meisten gar nicht wahrnehmen oder erkennen. Als Laie merkte man in der Regel auch nicht, dass einige Pfeifen gar nicht mehr erklangen – sie waren von der „Windzufuhr“ abgeschnitten.
Doch warum erzähle ich Ihnen das?
Die Orgelpfeifen hier im Klostergarten – im Kirchengarten – sind vielfältiges Sinnbild. Wir sehen hier Pfeifen , die ziemlich groß und uns von der Form her vertraut sind. Aber es gibt viel größere und auch viel kleinere Pfeifen. Es gibt eckige Pfeifen aus Holz. Es gibt Pfeifen, die nicht viel größer als ein Fingerhut sind. Jede Pfeife einer Orgel ist einmalig, mit einem einmaligen Klang und einer einmaligen Gestalt. Sofern sie es noch nicht getan haben: nehmen Sie mal an einer Orgelführung teil. Es ist sehr spannend, mal das Innere einer Orgel zu sehen und erklärt zu bekommen.  Aber Klang und Gestalt der Pfeifen werden nur wirksam, wenn der „Wind“ – der durch den Blasebalg erzeugte Luftdruck – die einzelne Pfeife erreichen kann. Und der Klang wird nur dann schön, wenn der „Schöpfer“ der Orgel, der Orgelbauer, die Orgel „intoniert“ hat.
Tausende von Menschen, jeder ein ganz individuelles Geschöpf Gottes, haben inzwischen die Landesgartenschau besucht. Und hier sitzen Sie, jeder von Ihnen von Gott gewollt mit seinen persönlichen Gaben, seinen Möglichkeiten zu klingen. Sie sind nicht Ergebnis eines Zufalls und das, was Ihr Menschsein ausmacht, ist auch nicht Zufall. Was durch Sie erklingen kann, ist von Gott geschenkte Gabe. Gott, der geniale Orgelbauer? Ein schwaches, aber doch nicht ganz abwegiges Bild. Ich denke, wir brauchen immer wieder Bilder und Vergleiche, um uns selbst mit unserem Leben und der Beziehung zu Gott neu zu betrachten. Auf den ersten Seiten der Bibel wird – auch als Bild – erzählt, dass Gott dem Menschen seinen Odem – Wind – in die Nase bläst. In der Sprache der Bibel sind Wind und Geist das gleiche hebräische Wort. Ruach….
Die Wirklichkeit hinter der vielleicht naiv klingenden Erzählung ist doch die: Gottes Wind – Gottes Geist -  möchte in uns und durch uns wirken. Er möchte uns und unsere Gaben zum Klingen bringen. Wenn wir als Christen vom heiligen Geist reden, werden wir oft unsicher. Vielleicht liegt es daran, dass hier die Grenze zur Orgel als Sinnbild , als Gleichnis, liegt. Eine Orgelpfeife kann sich nicht dagegen wehren, über die Tastatur und den „Orgelwind“ zum Klingen gebracht zu werden. Aber Gott ist kein Organist, der gegen unseren Willen in uns „hineinbläst“.
Wir können uns „zumachen“ , uns dem sanften Wehen Gottes verschließen. Vielleicht tun wir das zu oft, vielleicht auch unbewusst.
Wenn Sie meinen, dass es auch Ihnen so geht, dann öffnen Sie sich doch dem Windhauch Gottes, seinem Geist. Fangen Sie einfach damit an, in Ihrem Inneren immer wieder zu sagen: „Gott, hier bin ich…., Gott, hier bin ich…“. Und dann? Ja, dann warten Sie ab…! Und wenn Sie meinen, es geschähe nichts, ganz einfach: „Gott, hier bin ich…
Amen.

 

Lied Nr. 17 (auf Seite 30) 2x singen
Ich sing dir mein Lied….

Segen
So spricht Gott dir zu:
Du bist gesegnet.
Ich gebe dir meinen Geist.
Ich mache dich stark,
zu wirken und zu lieben.
Geh nun und tu, was die Liebe dir zeigt.
Ich werde bei dir sein
diesen ganzen Tag. Amen

Jürgen und Heidrun Baumgarten, Winsen(Luhe)