Heilpflanze des Monats

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Melisse

Melisse

Schon Dioskurides und Plinius Sekundus (23 –79 n. Chr.) empfahlen die Melisse in der Antike als Heilkraut. Laut Plinius galt der frische Melissensaft mit Honig vermischt als Mittel gegen den grauen Star. Ausserdem empfahl er sie gegen Hysterie.

Im 10. Jahrhundert kultivierten die Araber die Melisse in Spanien, von wo aus sie sich auf die Reise nach Mitteleuropa und die dortigen Klöster machte.

 

 

Karl der Grosse (748 - 814 n.Chr.) befahl in seiner Verordnung "Capitulare de villis", dass die Melisse in jedem Klostergarten angebaut werden sollte. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Melisse auch Hildegard von Bingen (1098-1179 n.Chr.) vertraut war, die sie unter dem Namen "Binsuga" zur Stärkung und Erfreuung des Herzens empfahl. Ausserdem sagte sie der Melisse nach, dass sie angenehme Träume und guten Schlaf bringe.

Das Haupteinsatzgebiet der Melisse ist die Beruhigung des Nervensystems, womit sie gegen nervöse Herzbeschwerden, Schlafstörungen, Unruhe, Reizbarkeit und viele andere nervlich bedingte Beschwerden helfen kann.

 

Steckbrief

Heilwirkung:

antibakteriell, aufmunternd, beruhigend, entspannend,
kühlend, pilzhemmend, schmerzstillend, schweisstreibend,
Migräne, Schlafstörungen, Menstruationsbeschwerden,
Wechseljahrsbeschwerden, Ohrenschmerzen, Zahnschmerzen,
Insektenstiche, Wunden, Blutergüsse

wissenschaftlicher Name:

Melissa officinalis

Pflanzenfamilie:

Lippenblütler = Lamiaceae

Verwendete Pflanzenteile:

das ganze Kraut

Inhaltsstoffe:

ätherisches Öl, Bitterstoff, Gerbstoff, Gerbsäure, Harz, Schleim, Glykosid, Saponin, Thymol

Sammelzeit:

Juni / Juli

Anwendung

Aufgrund ihres angenehmen Zitronenaromas und ihrer vielfältigen Wirkungen eignet sich die Melisse sehr gut zur Anwendung als Tee. Man kann sie sowohl als reinen Melissen-Tee trinken oder auch in Teemischungen, wo sie die Mischung geschmacklich aufwertet.

Abends hilft Melissentee, auf Wunsch mit Honig, beim Zur-Ruhe-kommen und Einschlafen.
Morgens oder bei Abgespanntheit wirkt Melissentee hingegen belebend und erfrischend und gibt Stärke.
Das ist kein Widerspruch, denn Entspannung und Kräftigung passen durchaus zusammen.
Bei Erkältung hilft die Melisse die Atmung zu verbessern und eventuelles Fieber besser auszuhalten. Sogar bei Asthma kann Melissentee die Atmung erleichtern.

Melisse in der Küche

Auch in der Küche kann man die Melisse nutzen. Ihre Blätter sind ein erfrischendes Gewürzkraut für Salate.
Bei exotischen Gerichten kann man sie auch mitkochen, beispielsweise als Ersatz für Zitronengras.

Haustees gibt die Melisse ein erfrischendes Aroma, was sie besonders im Sommer zu einem beliebten Getränk macht.