Heilpflanze des Monats

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Ringelblume

(Calendula officinalis)

Ringelblume

Die Heilpflanze des Jahres 2009 findet ihre erste Erwähnung  im 12. Jahrhunderts bei Hildegard von Bingen. Sie empfiehlt „Ringele“ bei Vergiftungen durch üble Speisen.

Den Bauern dient sie als Wetterprophet, denn sie faltet ihre Blüten zusammen, wenn schlechtes Wetter aufzieht. Sie  besticht durch ihre sonnige Ausstrahlung und Lebenskraft.

Traditionell schmückt die Ringelblume auf Friedhöfen die Gräber und setzt mit ihrer lebendigen Wuchskraft einen Kontrapunkt zum Tod.

Gerne wurde die Ringelblume auch als Liebesorakel verwendet und zwar einerseits zum Zupfen mit der Frage "er liebt mich - er liebt mich nicht", andererseits als Salbe mit Essig und Honig, die vor dem Schlafen aufgetragen Träume vom zukünftigen Liebsten bringen sollte, sofern man ausserdem den Heiligen Lukas anrief.

Der Anbau der Ringelblume ist unkompliziert, denn sie ist recht pflegeleicht. Da die Ringelblume einjährig ist, muss sie jedes Jahr neu angesät werden. Häufig sät sie sich im Garten jedoch auch von selbst wieder aus, wenn man die Pflanzen im Vorjahr bis zur Samenreife stehengelassen hat.

 


 

Steckbrief

Heilwirkung:

Hautentzündungen  Zerrungen, Blutergüsse,
Magen und Darmstörungen, Verstopfung, Brechreiz

wissenschaftlicher Name:

Calendula officinalis

Pflanzenfamilie:

Korbblütler = Asteraceae

volkstümlicher Name:

Studentenblume, Gartendotterblume,  Rinderblume, Ringelrose, Ringula, Sonnenbraut, Sonnenwende,

Verwendete Pflanzenteile:

Blüten und Blätter

Inhaltsstoffe:

ätherisches Öl, Bitterstoffe, Calendula-Sapogenin, Saponine, Glykoside, Carotinoide, Xanthophylle, Flavonoide, Stigmasterol, Beta-Sitosterol, Salizylsäure, Taraxasterol, Violaxanthin

Sammelzeit:

Juni - Oktober

Anwendung

Man kann die Ringelblume innerlich und äusserlich einsetzen. Die äusserliche Anwendung ist zwar bekannter, aber auch innerlich hat die Ringelblume einiges zu bieten. Innerlich kann man die Ringelblume als Tee, in Mischtees oder als Tinktur einnehmen.

Für einen Ringelblumen-Tee übergiesst man einen gehäuften Teelöffel Ringelblumenblüten mit kochendem Wasser und lässt ihn fünf bis zehn Minuten ziehen. Davon trinkt man bei stärkeren Beschwerden drei Tassen täglich.

Verdauungsorgane

Ringelblumen-Tee stärkt die Verdauungsorgane, lindert Brechreiz und hilft Magengeschwüre abzuheilen. Auch eine leichte Abführwirkung hat die Ringelblume.
Ausserdem werden Leber und Galle gestärkt.

Nervensystem

Ringelblumen-Tee oder Tinktur kann gegen Kopfschmerzen und Einschlafstörungen helfen.
Schwindelanfälle werden gemildert.
Man kann die Ringelblume auch gegen Panikattacken verwenden.

Frauenbeschwerden

Die Ringelblume hat einige Wirkungen in der Frauenheilkunde.
Durch ihre krampflösenden Eigenschaften kann die Ringelblume Periodenkrämpfe lindern.
Ausserdem ist in der Ringelblume Beta-Sitosterol enthalten, ein östrogenartiger Wirkstoff, der unregelmässige Zyklen ausgleicht und Beschwerden der Wechseljahre lindert.

Äusserlich

Das Haupteinsatzgebiet der Ringelblume ist die äusserliche Anwendung. Sie wirkt fördernd auf die Granulationsbildung beim Wachstum neuer Haut. Ausserdem wirkt sie abschwellend, entzündungshemmend, antibakteriell und pilzhemmend. Man kann Ringelblumen-Tee als Umschlag, für Waschungen und als Bad anwenden. Auch mit verdünnter Ringelblumen-Tinktur kann man Einreibungen vornehmen und Umschläge machen.

Ausserdem wird die Ringelblume traditionell als Salbe angewandt. Man kann sie für nahezu alle Arten von Hautverletzungen und Hautentzündungen einsetzen. Auch leichte Brandwunden, Sonnenbrand und Ekzeme kann man mit Ringelblumen-Salbe behandeln.

Nach Verletzungen hilft Ringelblumensalbe gegen Quetschungen, Verstauchungen und blaue Flecken.

Auch Krampfadern und Krampfadergeschwüre können mit Ringelblumensalbe behandelt werden, ebenso wie Wunden durch Wundliegen (Dekubitus) und offene Beine. Warzen kann man mit frischen, zerquetschten Blättern bekämpfen.