Heilpflanze des Monats

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Holunder

Melisse

Der Holunderbusch wächst besonders gerne in der Nähe von Behausungen, daher ist es meistens recht einfach, ihn zu finden. Von Mai bis Ende Juni entfaltet er seine weissen Blüten-Dolden, die weithin duften.

Als Tee werden seine Blüten gerne für Schwitzkuren bei Fieber und Erkältung eingesetzt.

 

 

Die schwarzen Beeren sind sehr Vitamin C haltig und können als Saft, Mus oder Marmelade eingenommen werden.

Im Volksglauben hausen die guten Hausgeister in Holunder-Bäumen, daher überlegt sich der abergläubische Landbewohner ganz genau, ob er einen Holunder fällen soll oder nicht. Da der Holunder innerhalb weniger Jahre sehr gross werden kann (bis zu 7 m Höhe und sehr breit), nimmt er im Garten oft sehr viel Platz ein, darum kommt man um das Fällen eines Holunders manchmal kaum herum, vor allem wenn mehrere Holunder im Garten wachsen.

An die Zweige des Holunders wurden früher eitrige Wundverbände gehängt, in der Hoffnung, dass der Holunder die Krankheit in die Unterwelt ableiten würde.

Junge Mädchen schüttelten am 3. Juli, dem Thomas-Tag, einen Holunderbusch während des Abendläutens kräftig durch. Die Richtung aus der der nächste Hund bellte, sei auch die Richtung aus der der spätere Ehemann des Mädchens kommen würde.

In Schweden heisst es, dass man den Elfenkönig und sein Gefolge sehen kann, wenn man sich bei Sonnenuntergang in der Mittsommernacht unter einen Holunderbaum setzt.

In Nordeuropa wurden Verstorbene noch vor gar nicht allzu langer Zeit auf Holunderzweige gebettet.


 

Steckbrief

Haupt-Anwendungen:

Erkältungen,

Heilwirkung:

anregend, blutreinigend, blutstillend,
entzündungshemmend,
erweichend,
harntreibend,
krampflösend,
pilztötend,
schleimlösend,
schweisstreibend,

 

 

wissenschaftlicher Name:

Sambucus nigra

Pflanzenfamilie:

Geissblattgewächse = Caprifoliaceae

englischer Name:

Elder

volkstümliche Namen:

Backholder, Eiderbaum, Elder, Eller, Ellhorn, Flieder, Hölder, Holder, Holderbusch, Hollerbusch, Holler, Hollunder, Huskolder, Keilken, Kelkenbusch, Kischke, Schwarzholder

Verwendete Pflanzenteile:

Blüten, Beeren Achtung! Das Grüne der Pflanze ist giftig

Inhaltsstoffe:

Glycoside, ätherisches Öl, Flavonoide, Cholin, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Gerbsäure, Vitamin C

Sammelzeit:

Blüten: Juni und Juli,
Beeren: September und Oktober

 

Rezepte:

Holunder-Pfannkuchen
Bereite einen Pfannkuchen-Teig und tauche die Holunder-Blüten hinein. Brate die Blüten mit dem Teig in einer Pfanne goldgelb.
Achtung! Die Stengelchen sollten nicht gegessen werden.

Holunderblüten-Gelee

Die Holunderblüten rebelt man möglichst gründlich von den Stengeln ab. Das geht mit einer Schere relativ gut.
Wichtig ist, dass so wenig wie möglich grüne Stengelteile zurückbleiben, weil die Blüten im Gelee belassen werden.
Die abgerebelten Holunderblüten werden über Nacht im Apfelsaft zusammen mit dem Gelierzucker eingeweicht.
Die Menge des Gelierzuckers hängt davon ab, wie süss man das Gelee haben will. 500 gr Gelierzucker reichen nur dann, wenn man Gelierzucker 1:2 verwendet.
Am nächsten Tag bringt man alle Zutaten zusammen zum Kochen.
4 Minuten sprudelnd kochen lassen und dann in Marmeladengläser füllen.

 

Holunderbeeren-Gelee

Die Basis für ein Holunderbeeren-Gelee ist der Holunderbeeren-Saft.
Auf 500 ml Holunderbeeren-Saft nimmt man entweder 250 gr Gelierzucker 1:2 oder 500 gr Gelierzucker 1:1.
Saft und Gelierzucker lässt man zusammen aufkochen und gut 4 Minuten lang sprudelnd kochen.
Dann wird das Holunderbeeren-Gelee in Marmeladengläser gefüllt.